Hallo und Servus!
Heute möchte ich ein wenig über unsere Kommunikation via Messenger und Deine Sicherheit schreiben. Und Dich vielleicht sogar animieren, den nächsten DI.Day – am 05.04.2026 – vielleicht zu nutzen, um hier zu handeln.

Es gibt nicht „DEN EINEN“ Messenger!
Um es gleich klarzustellen, es wird nie „DEN EINEN“ Messenger, der grundsätzlich für jeden zu empfehlen ist, geben. Aber es ist wichtig zu wissen, dass Messenger und Deine Sicherheit entsprechend zusammenspielen sollten, um Dich zu schützen. Von daher wird dies hier heute auch nur eine kleine Auswahl mit Infos und Nachrichten geben. Keine grundsätzliche Empfehlung. Du entscheidest, was Du nutzen möchtest. Ich biete Dir nur die Möglichkeit, Dich hier zu informieren und – wenn möglich – zum Hinterfragen anzuregen. 🙂
Um es etwas zu strukturieren und übersichtlicher zu gestalten, werde ich die einzelnen Messenger unterteilen. Die Reihenfolge ist keine Wertung meinerseits und wird willkürlich getroffen.
Das ist eigentlich mein persönlich größtes Schreckgespenst unter den Messengern. Obwohl es in meinem Umfeld kaum eine Person gibt, die es nicht nutzt, habe ich mich seit Jahren dagegen gewährt. Erfolgreich! Und das wird auch so bleiben. Mittlerweile wissen die meisten, dass man mich über Alternativen kontaktieren kann. Zur Not geht auch ein altmodischer Anruf ohne App. 😉
Anfang April 2015 verzeichnete WhatsApp 800 Millionen aktive Nutzer und galt als der am schnellsten wachsende Dienst in der Geschichte des Internets. Seine Bewertung ist umstritten, seitdem das Unternehmen von Facebook (Meta) erworben wurde. Angeführt werden hauptsächlich Bedenken bezüglich einer kommerziellen Weiternutzung privater Nutzerdaten, der Sicherung der Privatsphäre, der informationellen Selbstbestimmung der Nutzer und des Quasi-Monopols von Facebook im Bereich Social Networking und bei der mobilen Kommunikation.
Quelle: Abschnitt „Geschichte“ bei Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/WhatsApp
Informationen, die Du nicht einfach so ignorieren solltest.
- Alle gesamten Handy-Telefonbücher werden an Facebook gesendet. Auch jene Adressen und Rufnummern von Menschen, welche selbst kein WhatsApp haben und sich dagegen entscheiden.
- Daraus resultierend möglicherweise laut DSGVO eine illegale App, dadurch besteht die Möglichkeit, dass jeder einzelne Kontakt auf Deinem Smartphone – ohne WhatsApp – Dich auf bis zu 25.000,-€ verklagen könnte, wenn Du diesen Kontakt zusammen mit der WhatsApp-App auf dem selben Gerät gespeichert hast.
- Datenleck – Forscher aus Österreich entdeckten, dass sich sämtliche Nutzerprofile des beliebten Messengers über das Internet abrufen ließen – ohne technische Barrieren oder Sicherheitsmechanismen. Insgesamt waren mehr als 3,5 Milliarden Konten betroffen. Die Daten lagen offen zugänglich vor und konnten automatisiert gesammelt werden. Damit zählt dieser Vorfall zu den größten bekannten Datenabflüssen der digitalen Geschichte.
- Die Sicherheitslücke ermöglichte es, Telefonnummern, öffentliche Schlüssel und weitere Profildetails direkt aus dem WhatsApp-Verzeichnis zu extrahieren. Die Forscher nutzten keine illegalen Methoden, sondern lediglich öffentlich erreichbare Schnittstellen.
- Werbeeinblendungen zwischen den Status-Updates bzw. dem „Aktuelles“-Reiter
- Baldige Möglichkeit, gegen Bezahlung die Werbung zu entfernen (ca. 4,-€/Monat stehen im Raum).
- Mein Rat: definitiv nicht für Kinder/Jugendliche geeignet, vorallem wenn die Medienkompetenz nicht entsprechend ausgebildet ist

Signal
Meine persönliche Wahl, wenn es darum geht, den Kompromiss zwischen Erreichbarkeit via Messenger und Privatsphäre einzugehen. Leider auch hier eine Handynummer zwingend erforderlich. Nutzernamen möglich, aber nur als Zusatz-Option. Aber das ist ein kleiner Kompromiss, den es sich trotzdem lohnt einzugehen.
Signal nimmt eine Art Zwischenstellung ein, weil es als US-Unternehmen einerseits der US-Gesetzgebung unterliegt und aufgrund des CLOUD Acts den US-Behörden den Zugriff ermöglichen muss. Andererseits speichert es nach eigenen Angaben nur Profildaten und verweigert bisher die Kooperation mit den Behörden.
Am Messenger Signal beißen sich Ermittlungsbehörden weiterhin die Zähne aus. Nicht etwa, weil der Anbieter grundsätzlich unkooperativ wäre, sondern weil er kaum Daten über seine Nutzer:innen speichert. Das bestätigt eine gerichtliche Anordnung, die der Anbieter letzte Woche veröffentlicht hat.
Quelle: https://netzpolitik.org/2021/messenger-signal-nimmt-schutz-der-privatsphaere-weiter-ernst/
Informationen, die Du nicht einfach so ignorieren solltest.
- Signal ist am wenigsten neugierig. Bei iOS interessiert sich das Unternehmen zwar für Deine Kontaktinformationen, verknüpft diese aber nicht mit Dir. Bei Android wird nur Deine Telefonnummer erfasst.
- Signal speichert Telefonnummern, mit denen man sich anmeldet auf US-Servern, mit den daraus resultierenden Problemen für EU-Bürger. Der Dienst ist jedoch beim Thema Sicherheit trotz der US-Verbindung als sicherer Messenger anzusehen.
- Laut Meredith Whittaker, Präsidentin der gemeinnützigen Signal-Stiftung, wird Signal seine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung niemals kompromittieren. „Sie garantiert die Privatsphäre von Millionen und Abermillionen von Menschen auf der ganzen Welt, oft auch in lebensbedrohlichen Situationen.“ Daher lehne Signal die Überwachung von Chats strikt ab. „Es ist bedauerlich, dass Politiker weiterhin einer Art magischem Denken verfallen, das davon ausgeht, dass man eine Hintertür schaffen kann, auf die nur die Guten Zugriff haben.“

Wire
Nutze ich aktuell ausschließlich für diese Webseite als Kontaktmöglichkeit, siehe auch hier. Es wird hier keine Telefonnummer benötigt, um sich zu registrieren. Zudem kann man auf einem Gerät bis zu 3 Konten bündeln. Was mir die Möglichkeit lässt, auch hier noch privat einen separaten Account zu nutzen.
Abgesehen von Deinen verschlüsselten Anmeldedaten speichert Wire nichts. Denn Deine Chat-Inhalte werden erst auf Deinem Gerät entschlüsselt. Deshalb kann der Anbieter nicht darauf zugreifen. Des Weiteren kannst Du auch den Zugriff auf Deine Kontakte und die Erfassung einiger technischer Daten in den Einstellungen untersagen.
Die Bundesbehörden setzten auf den Messenger Wire und testen diesen bereits im größeren Stil. „Der Messenger Wire wird als sicherer Messenger in der Bundesverwaltung ausgerollt.“, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums (BMI) der Zeitung Tagesspiegel (Paywall).
Doch auch in anderen Behörden liefen Tests: So wurde der Messenger Wire im Jahr 2020 mit 1.500 Angestellten aus mehreren Bundesministerien getestet. Dieser Test wurde nun massiv ausgeweitet: „Wire Bund wird derzeit in über 60 Behörden mit mehr als 10.000 Nutzenden pilotiert.“
Quelle: https://www.golem.de/news/messenger-bund-testet-wire-in-60-behoerden-bundeswehr-will-eigenbau-2205-165626.html
Informationen, die Du nicht einfach so ignorieren solltest.
- Um den Messenger nutzen zu können, musst Du Dich anmelden und mindestens 16 Jahre alt sein.
- Anmeldung ohne Telefonnummer, aber mit einer Mail-Adresse möglich. Verifikationscode wird daraufhin dann an die Adresse gesendet.
- Alle Nachrichten sind Client-to-Client verschlüsselt. Das bedeutet, dass sie auf Deinem Gerät ver- und erst auf dem Gerät des Empfängers wieder entschlüsselt werden.
- Beim Verlust des Geräts sind auch die Chats verloren, es sei denn, Du hast zuvor ein Backup angelegt.
- Der Anbieter legt kein Profil von Dir an, verkauft keine Daten und ist frei von Werbung.
- bereits mit MLS ausgestattet (siehe Fazit unten)

Threema
Auch Threema habe ich privat im Einsatz, weil es doch Kontakte gab, die gleich anfangs dorthin gewechselt sind. Hier finde ich es ganz schön gelöst, dass man seine Kontakte verifizieren kann. Anbei eine kleine Erklärung des Prinzips.
Quelle: https://ittweak.de/threema-guide-zum-messenger-tipps-und-tricks/

Keine Verschlüsselung aktiv. Beide Parteien haben den Code des anderen noch nicht gescannt.
Verschlüsselung zu 50% eingerichtet aber noch nicht aktiv. Einer der Parteien hat den QR-Code des anderen noch nicht gescannt.
Verschlüsselung aktiv. Beide Parteien haben sich erfolgreich gescannt.
Herkömmliche Messenger verwenden meist die Telefonnummer als Benutzernamen. Bei der ersten Verwendung oder nach dem Wechsel auf ein neues Gerät erhalten die Nutzer daher eine Bestätigungs-SMS, um sich mit ihrer Telefonnummer anzumelden.
Bei Threema hingegen generiert jeder Nutzer zu Beginn eine zufällige Threema-ID – eine achtstellige Zeichenfolge ohne jeglichen Bezug zum Inhaber. Die Verknüpfung der Threema-ID mit einer Telefonnummer ist möglich, aber freiwillig, was auch eine anonyme Verwendung erlaubt.
Informationen, die Du nicht einfach so ignorieren solltest.
- Threema kostet Geld. Allerdings nur einmalig, wenn Du Deine ID sicherst und auf neuen Geräten weiter nutzt.
- Ausgenommen davon ist der Wechsel von z.B. Android auf iOS. Da scheint der ID-Übertrag nicht zu funktionieren. Demnach müsstest Du dann nochmals im PlayStore oder AppStore erneut dafür zahlen.
- ID-Export (z.B. in Form eines ausgedruckten QR-Codes) bzw. ein Backup Deiner ID ist daher sehr ratsam.
Fazit
Wie Du sehen kannst, gibt es zahlreiche Messenger, mit denen Du kommunizieren kannst. Natürlich gibt es noch weitaus mehr davon. Viele sind jedoch für Laien zu kompliziert gestaltet (was die Sicherheit allerdings steigert). Jedoch wird es schwer mit den Vorgängen so die breite Masse zu erreichen.
Sinnvoll sind Apps/Dienste, bei denen sich jeder möglichst einfach und dennoch sicher einen Zugang holen kann. Und hier finde ich persönlich Signal als die beste Alternative zu WhatsApp. Aber wer damit nicht liebäugelt hat zumindest reichlich Auswahl, um sich selbst für einen Messenger zu entscheiden.
Allerdings wird die Suche nach einem passender Messenger unter Umständen bald hinfällig. Denn mit dem Messaging Layer Security (MLS) ist eine Sicherheitsschicht für die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von Nachrichten im Anmarsch. Die Idee der Standardisierung wurde 2016 geboren und erstmals in einem inoffiziellen Treffen während der IETF 96 in Berlin mit Teilnehmern von Wire, Mozilla und Cisco diskutiert.
Der Vorteil daran ist, dass Du dann via Signal mit Nutzern von Threema oder WhatsApp schreiben kannst, ohne dass Du die jeweilige App nutzt. Bis aber alle bei der Sache mitmachen, wird man sich entscheiden müssen oder eben mehrere Messenger-Dienste gleichzeitig nutzen.
Damit beende ich für heute meinen Beitrag und hoffe, Du konntest Dich wieder gut informieren und es war alles kompakt genug, um einen kleinen Überblick zu bekommen. Von daher verbleibe ich wieder mit meinem Schlussgruß.
Man liest sich. 🙂
